Henin siegt und Safina gibt auf
Rückkehrerin Justine Henin ist nicht zu stoppen. Im belgischen Duell gegen US-Open-Halbfinalistin Yanina Wickmayer musste die Melbourne-Siegerin von 2004 allerdings wieder drei Sätze lang kämpfen, ehe sie den 7:6 (7:3), 1:6, 6:3-Erfolg im Achtelfinale unter Dach und Fach gebracht hatte.
Nach glänzendem Start riss bei der 27-Jährigen, die erst vor drei Wochen ihre 20-monatige Tennis-Pause beendet hatte, der Faden und die sieben Jahre jüngere Wickmayer, die in ihrer Jugend ein glühender Henin-Fan war, schaffte den Ausgleich.
"Es war nicht einfach. Sie hat unheimlich aggressiv gespielt", sagte Henin, die sich im dritten Durchgang aber wieder fing und den verdienten Sieg konzentriert perfekt machte. "Es ist fantastisch. Ich liebe es, wieder auf dem Court zu sein. Dieser Sieg ist ein großer Moment für mich." In der Runde der besten Acht trifft sie auf Nadia Petrowa aus Russland, die zuvor gegen die an drei gesetzte Swetlana Kusnezowa mit 6:3, 3:6, 6:1 gewonnen hatte.
Kirilenko profitiert von Safina-Aufgabe
Ebenfalls das Viertelfinale erreichte die kampfstarke Jie Zheng aus China durch einen hart umkämpften 7:6 (7:5), 6:4-Erfolg über Alona Bondarenko aus der Ukraine. Zheng trifft nun auf Maria Kirilenko, die im rein russischen Achtelfinale von der Aufgabe der an Nummer zwei gesetzten Dinara Safina profitierte.
Die 23-Jährige gab nach dem 4:6 im ersten Satz auf und sprach anschließend von Rückenproblemen, die schon beim Training aufgetreten waren. "Aber da war es noch nicht so schlimm. Erst als ich dieses lange Spiel beim 3:2 gewonnen hatte, konnte ich mich kaum noch bewegen. Ich weiß nicht, was das genau ist", erklärte die Weltranglistenzweite.
Nadal und Murray ohne Mühe
Titelverteidiger Rafael Nadal und Andy Murray treffen bei den Australian Open im Viertelfinale aufeinander. Der Spanier ließ sich in Melbourne bei dem mit 14,9 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier von der Aufschlagstärke des Kroaten Ivo Karlovic nicht schocken und siegte 6:4, 4:6, 6:4, 6:4.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewann der 23-Jährige letztlich ohne große Mühen. Weil er bei eigenem Aufschlag so sicher war und Karlovic ganze 42 unforced errors produzierte brauchte Nadal nur drei Breaks zum Matchgewinn. "Ich war in den ersten zwei Sätzen etwas passiv, aber dann habe ich Druck gemacht. So muss ich spielen", erklärte der Spanier.
Der an Nummer 5 gesetzte Andy Murray bezwang den Amerikaner John Isner 7:6 (7:4), 6:3, 6:2 und will sich für die Niederlage im Achtelfinale an selber Stelle vor drei Jahren bei Nadal revanchieren. Von den bislang neun Vergleichen hat der Brite sieben verloren, doch Murray glaubt an den Sieg. "Ich glaube, ich kenne eine Taktik, wie ich ihn bezwingen kann", sagte der Schotte.
"Wir kennen uns alle"
"Das wird ein schweres Match", sagte Nadal und gab lachend seine Taktik preis: "Ich werde versuchen, ihn ein paar Meter hinter die Grundlinie zu drängen. Mal sehen, ob mir das gelingt." Aber im Ernst, ergänzte der Vorjahressieger: "Andy ist ein so guter Spieler, dass er irgendwann ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird, ganz sicher."
Trotzdem verriet der Weltranglistenzweite im Eurosport-Interview, dass er sich die Matches seines kommenden Gegners in den vergangenen Tagen nicht genauer angeschaut hat, als sonst auch. "Wir kennen uns alle. Da brauche ich mir nicht jedes Match anzuschauen."
Cilic ringt Del Potro nieder
Im umkämpftesten Match des Tages setzte sich Marin Cilic nach 4:38 Stunden gegen Argentiniens Juan Martin Del Potro durch. Der Kroate bezwang den US-Open-Sieger mit 5:7, 6:4, 7:5, 5:7 und 6:3. "Ich denke wir waren von Beginn an ziemlich gleich stark. Der Unterschied war dann, dass ich mich auch am Ende noch gut bewegt habe", erklärte Cilic den Matchverlauf. Nach vier engen Sätzen, die jeweils erst durch ein spätes Break entschieden worden waren, legte der 21-Jährige im fünften Durchgang bereits früh den Grundstein für seinen Sieg.
Cilic breakte den "Turm von Tandil" in dessen zweitem Spiel zum 3:1 und gewann schließlich dank besonderer Souveränität bei eigenem Service: Nur einen Punkt ließ der Kroate in seinen ersten vier Aufschlagspielen des Schluss-Durchgangs zu. Erst im letzten Spiel konnte Del Potro nochmal dagegenhalten, doch Cilic wehrte den Breakball ab und nutzte bei seinem ersten Matchball schließlich einen Rückhandfehler seines Gegenübers.
Auch Roddick in fünf Sätzen
Der Weltranglisten-14. trifft in der Runde der besten acht auf den US-Amerikaner Andy Roddick, was Cilic allerdings angeblich egal ist: "Mir ist eigentlich egal auf wen ich treffe. Wichtig ist, dass ich mich gut erhole", so der 21-Jährige, der nach dem Viereinhalb-Stunden-Krimi "so viel schlafen" wollte, "wie ich kann".
Dafür, dass die Vorzeichen in Sachen Regeneration vor dem Match mit Roddick zumindest einigermaßen ausgeglichen sind, sorgte dessen Achtelfinalgegner Fernando Gonzalez, der sich ebenfalls erst nach fünf Sätzen mit 3:6, 6:3, 6:4, 5:7, 2:6 geschlagen gab.
Gonzalez zerdrischt seinen Schläger
Zunächst sah es für Roddick nach einer schnellen Angelegenheit aus. Der Weltranglistensiebte gewann den ersten Satz mit 6:3 und musste bei eigenem Aufschlag kaum Punkte abgeben. Doch als Gonzalez im zweiten Durchgang zum ersten Mal in Breaknähe kam, schlug der Chilene sofort eiskalt zu. Der 29-Jährige drehte die Partie und war bis zum Ende des vierten Satzes in den Ballwechseln vor allem dank seiner starken Vorhand-Winner überlegen - Roddick punktete hauptsächlich mit seinem Aufschlag, im Verlauf des Matches sammelte er 32 Asse.
Doch zum Ende des vierten Satzes wurde Roddick stärker und zwang Gonzalez in leichte Fehler. Mit dem fünften Satzball holte der US-Boy das 7:5 und als er Gonzalez zu Beginn des Schlusssatzes zum 2:0 breakte, verlor dieser seine Nerven. Gonzalez zertrümmerte seinen Schläger in bester McEnroe-Manier und fand nicht mehr ins Match zurück. Roddick dagegen zog sein Spiel bis zum Ende weiter durch und verwandelte nach 3:25 Stunden seinen dritten Matchball.
