Cilic kämpft und schreibt Geschichte
Marin Cilic steht als erster Kroate der Tennis-Historie im Halbfinale der Australian Open. Der 21-Jährige bezwang in Melbourne den US-Amerikaner Andy Roddick nach großem Kampf in fünf Sätzen. Am Ende hieß es 7:6 (7:4), 6:3, 3:6, 2:6, 6:3 für Cilic, der nun auf Rafael Nadal oder Andy Murray trifft.
"Ich bin quasi tot, völlig erledigt, aber ich habe es überstanden", erklärte Cilic nach seinem Coup im Interview mit Eurosport. "Vor allem im dritten und vierten Satz war es kompliziert und ich bin ein wenig nervös geworden. Dann fiel es mir schwer, die Bälle richtig anzusetzen, aber am Ende hat es dann doch hingehauen", so der 21-Jährige weiter.
Guter Auftakt für Cilic
Es war der dritte Vergleich zwischen Roddick und Cilic, die bislang eine ausgeglichene 1:1-Bilanz hatten. Das Match in der Rod Laver Arena begann völlig offen, so dass der erste Satz über 70 Minuten ging. Cilic gewann schließlich den Tiebreak mit 7:4.
Der 21-jährige Kroate war nun sichtlich gestärkt und nahm das Heft in die Hand. Als Cilic den zweiten Durchgang mit 6:3 für sich verbucht hatte, drohte Roddick das Aus. Der Weltranglisten-Siebte fing sich aber rechtzeitig und breakte seinen Gegner im zweiten Spiel des vierten Satzes zum 2:0. Es war der Grundstein zum ersten Satzgewinn für "A-Rod". Im vierten Durchgang dominierte der 27-Jährige die Begegnung nach Belieben und durchbrach das Service des Kroaten dreimal in Serie zur 5:0-Führung, die er wenig später zum Satzausgleich nutzte.
"Punkt für Punkt zurückgekämpft"
War es im dritten Durchgang Roddick, der sich fing, so war es nun an Cilic, wieder ins Match zurückzufinden - und das tat der vierfache ATP-Turniersieger auch. Im vierten Spiel gelang dem 21-Jährigen das Break zum 3:1, der Grundstein zum Sieg. Nach 3:50 Stunden verwandelte Cilic schließlich den ersten Matchball, nachdem Roddick eine Rückhand ins Aus gesetzt hatte.
"Das war nicht einfach, aber ich habe in dieser Woche viel Erfahrung gesammelt. Nach meiner Führung wurde Andy besser, während ich Probleme mit meinem Aufschlag hatte. Aber ich habe mich dann Punkt für Punkt zurückgekämpft", analysierte Cilic die Partie.
Henin reitet weiter auf der Erfolgswelle
Justine Henin setzt ihr Comeback bei den Australian Open mit beeindruckender Selbstverständlichkeit fort. Die 27-Jährige, die erst vor drei Wochen auf die Tennis-Tour zurückgekehrt ist, schlug im Viertelfinale von Melbourne die an Nummer 19 gesetzte Russin Nadia Petrowa mit 7:6 (7:3) und 7:5.
Henin machte vor allem ihre Fähigkeit, bei den "Big Points" zuzuschlagen, für den Erfolg verantwortlich. "Das ist mir bei diesem Turnier gelungen und es ist wahrscheinlich das Wichtigste überhaupt", erläuterte die Belgierin. "Selbst wenn du nicht dein bestes Tennis spielst, ist es absolut wichtig, in den entscheidenden Momenten da zu sein."
Henin ging im ersten Satz nach einem Break und einem gewonnenen Spiel mit 4:2 in Führung. Doch Petrowa kämpfte sich zurück und zwang die ehemalige Nummer eins der Welt in den Tiebreak, der allerdings mit 7:3 an die 27-jährige Belgierin ging.
"Als es darauf ankam, war ich da"
Der zweite Durchgang geriet zur Achterbahnfahrt für Henin, die zunächst ihre Service verlor und sich mit einem 0:3-Rückstand konfrontiert sah. Doch die siebenfache Grandslam-Turniersiegerin war nicht geschockt und ging mit vier Spielen in Folge wieder mit 4:3 in Führung. Petrowa machte den entscheidenden Fehler im zwölften Spiel, als sie gegen den Matchverlust aufschlug und das Break kassierte.
"Es war sehr schwer, meinen Rhythmus zu finden, aber als es schließlich darauf ankam, war ich da", analysierte Henin, die nun im Halbfinale steht. Dort erwartet die Australian-Open-Siegerin von 2004 die Chinesin Li Zheng, die gegen Maria Kirilenko aus Russland überraschend klar mit 6:1 und 6:3 die Oberhand behielt.
