Federer nimmt Tsonga auseinander
Roger Federer hat Jo-Wilfried Tsonga im Halbfinale der Australian Open in Melbourne eine Lehrstunde erteilt. Der Weltranglisten-Erste deklassierte den an Position zehn gesetzten Franzosen in drei Sätzen mit 6:2, 6:3 und 6:2. Federer trifft nun im Finale auf den Schotten Andy Murray.
<"Ich bin glücklich. Gegen Jo-Wilfried laufen die Ballwechsel manchmal so, wie du willst, dann wiederum gibt es sehr schwere Phasen. Aber irgendwann schaffst du das Break und die Dinge ändern sich", analysierte Federer das Semifinale, das ganze 88 Minuten dauerte. Das Match war für den 28-Jährigen bereits das 23. Grand-Slam-Halbfinale in Serie. Eine beeindruckende Leistung, die 2004 in Wimbledon begann.
Fehlerflut bei Tsonga
Federer, der zum fünften Mal im Finale von Melbourne steht und das Turnier in den Jahren 2004, 2006 und 2007 gewann, ließ gegen den völlig überforderten Tsonga kein Break zu und leistete sich keinen Doppelfehler. Der Franzose dagegen stand während der gesamten Partie völlig neben sich. Der 24-Jährige machte es der Nummer eins der Welt leicht: Zehn Breakchancen musste er zulassen, fünf davon nutzte Federer. Dazu unterliefen Tsonga 27 "unforced errors" und fünf Doppelfehler.
"So zu gewinnen, ist besonders schön. Wenn man den ersten Satz gewonnen hat, ist das schon ein Bonus in solch einem wichtigen Match", erklärte Federer.
In seinem 22. Grand-Slam-Finale trifft der Schweizer am Sonntag (9:30 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de und im TV bei Eurosport) auf Murray. "Ich weiß, Andy will sein erstes Grand-Slam-Turnier gewinnen, immerhin hat schon seit 150.000 Jahren kein Brite mehr ein Finale gewonnen", scherzte ein gut gelaunter Federer nach dem Spiel. "Nein, im Ernst, ich muss aggressiv sein, das wird ein taktisches Match", erklärte der 28-Jährige.
Bilanz spricht für Murray
Zehn Mal standen sich beide schon gegenüber - sechs Mal ging Murray als Sieger vom Platz. Doch nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge ist der Schotte, derzeit Nummer vier der Welt, heiß auf eine Revanche gegen den 15-fachen Grand-Slam-Rekordchampion.
Williams-Schwestern erobern Melbourne
Den ersten Titel bei den Australian Open hat Serena Williams bereits gewonnen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Venus siegte die 28-Jährige in Melbourne im Doppel-Wettbewerb mit 6:4, 6:3 gegen die topgesetzten Liezel Huber/Cara Black.
Das Duo aus den USA bzw. Simbabwe verlor auch den zweiten Vergleich gegen die Williams-Schwestern, für die es der elfte Titel bei einem Grand-Slam-Turnier und der vierte in Down Under war.
Bukmacherzy Bukmacherzy
Zuletzt hatten Huber/Black im Finale der US Open vor einem knappen halben Jahr ebenfalls verloren. Serena Williams trifft am Samstag im Einzel-Endspiel auf die Belgierin Justine Henin.
Starker Murray kämpft sich ins Finale
Tennisprofi Andy Murray hat bei den Australian Open sein zweites Grand-Slam-Tennisfinale erreicht. Obwohl er am Donnerstag im Halbfinale gegen den Kroaten Marin Cilic den ersten Satz des Turnierverlaufs abgeben musste, setzte sich der 22-Jährige souverän mit 3:6, 6:4, 6:4, 6:2 durch.
"Ich habe ab dem zweiten Satz mehr riskiert, das ging gut für mich aus", sagte Murray, der im gesamten Spielverlauf der konstantere Spieler war und das Spiel von der Grundlinie aus diktierte.
Cilic, der schon drei Fünfsatzspiele und acht Stunden mehr Tennis in den Beinen hatte, brach im zweiten Satz etwas ein. Die Fehlerquote im Spiel des 21-Jährigen, der zum ersten Mal im Halbfinale stand, nahm zu. Insgesamt 54 "unforced errors" und sechs Doppelfehler sammelten sich an. Im Vergleich dazu leistete sich der Schotte nur 29 sogenannte vermeidbare Fehler und einen Doppelfehler.
Erster Satzverlust für Murray
"Marin stand nach drei Fünfsatzsiegen verdient im Halbfinale, aber ich war am Ende körperlich fitter", erklärte die Nummer vier der Welt, die zum ersten Mal in diesem Turnier einen Satz abgeben musste.
Murray ist der erste Brite im Finale seit John Lloyd im Jahre 1977. Im Endspiel an diesem Sonntag trifft er auf den Gewinner des zweiten Halbfinales, das der Weltranglisten-Erste Roger Federer und Jo-Wilfried Tsonga zwischen sich ausspielen.
"Ich muss gegen beide solide spielen, mein Level halten und keine dummen Schläge machen, sonst werde ich bestraft", sagte der 22-jährige Schotte mit Blick auf den Titelkampf. "Jetzt habe ich erst einmal zwei Tage frei, in denen ich mich erhole und ein bisschen trainieren werde."
