Australian Open 2010

Nervenstarker Haas nach Kraftakt weiter

Eurosport - Do 21.Jan. 09:19:00 2010
Tommy Haas hat dank starker Nerven die dritte Runde der Australian Open erreicht. Der dreimalige Halbfinalist von Melbourne setzte sich nach hartem Kampf über 3:20 Stunden 4:6, 6:4, 6:3, 1:6, 6:3 gegen den Serben Janko Tipsarevic durch. Haas war der einzige Deutsche, der einen Sieg feiern konnte.

Denn für Michael Berrer und Benjamin Becker kam am vierten Turniertag in Melbourne das Aus. Becker lieferte dem an Nummer 26 gesetzten Spanier Nicolas Almagro nach verpatztem Start einen heißen Kampf, musste sich schließlich aber doch mit 4:6, 2:6, 6:3, 6:4, 3:6 geschlagen geben. Für Berrer war nach dem 5:7, 3:6, 4:6 gegen den Usbeken Denis Istomin, der als Weltranglisten-103. um 37 Plätze schlechter eingestuft ist als der Stuttgarter, Endstation.

Haas schimpfte, fluchte und kassierte nach einem Ausraster sogar einen Punktabzug. Doch im entscheidenden Moment bewahrte er kühlen Kopf und machte im heißen Melbourne den Tag der deutschen Enttäuschungen bei den Australian Open ein wenig erträglicher. "Viel hat nicht gefehlt und ich wäre ausgeflippt", sagte der 31-Jährige nach dem Herzschlagfinale.

Ohne Schwächephase geht es nicht

"Tough zu bleiben ist nicht immer einfach", gestand Haas nach der Hitzeschlacht, die gut und gerne auch mit einer Niederlage gegen den von Schüttler-Coach Dirk Hordorff trainierten Tipsarevic hätte enden können. Der Serbe sei ein "verrückter Kerl", sagte Haas nach dem Krimi. Nächster Gegner ist der Franzose Jo-Wilfried Tsonga, gegen den er beim Einladungsturnier in Kooyong verloren, bei seinem Turniersieg in Halle 2009 aber gewonnen hatte.

Nach verpatztem Start bekam Haas wie zum Auftakt gegen Simon Greul das Match mehr und mehr in den Griff. Ohne Schwächephase, die sich der Wimbledon-Halbfinalist selbst nicht erklären konnte, lief es aber nicht. Vielleicht waren es die strittigen Situation, die ihn mit dem Referee aneinandergeraten ließen. Als er einen Ball in Richtung des Linienrichters warf, "fand der Schiedsrichter das gar nicht gut und verhängte einen Punktabzug", wie Haas grinsend erzählte.

Im verrückten fünften Satz stand Haas kurz vor der Explosion, nachdem er auch das zweite Break prompt wieder abgegeben hatte. "Da gehen einem Gedanken durch den Kopf, die sind echt krankhaft." Emotionen gehören zum Spiel - und Haas blieb dran. Mit dem fünften Matchball machte er den Sack zu und packte strahlend seine Tennistasche, aus der ein zertrümmerter Schläger hervorlugte.

Dawidenko und Djokovic auf Kurs

Eurosport - Do 21.Jan. 08:03:00 2010
Nikolai Dawidenko und Novak Djokovic stehen bei den Australian Open in der 3. Runde. Während aber der Russe beim klaren 6:3, 6:3, 6:0 über Ilja Marschenko aus der Ukraine keine Probleme hatte, hatte der Serbe beim 3:6, 6:1, 6:1, 6:3 gegen Marco Chiudinelli aus der Schweiz zunächst Probleme.

Er meckerte auf serbisch, grummelte frustriert und warf seinen Schläger vor Ärger - am Ende war Djokovic nur noch froh, dass es vorbei war. Den ersten Satz gab der Dritte der Setzliste mit einem Feuerwerk an unforced errors und unter ärgerlichen Schreien ab. "Natürlich war ich frustriert, besonders zu Beginn des Matches, da hat er es mir ordentlich gegeben. Ich habe nicht genug getan, sondern nur auf seine Fehler gewartet", moserte der Serbe über einen zögerlichen Start.

Erst nach fünf abgewehrten Breakbällen und der 3:1-Führung konnte der Melbourne-Sieger von 2008 einen Gang höher schalten. "Da habe ich es endlich aus der Defensive heraus geschafft und konnte die Kontrolle übernehmen", so Djokovic, der in seinem Spiel noch einiges zu verbessern hat. "Ich muss ein paar Dinge ändern, um besser zu spielen. Aber man kennt das ja, in den ersten Runden - besonders bei den Australian Open - kann es immer Überraschungen geben."

Für den Russen Dawidenko ist seine aktuell gute Form Fluch und Segen zugleich. Während er auf der einen Seite davon ausgeht, dass die weltbesten Spieler sich nun vor ihm "fürchten", muss die Nummer sechs der Setzliste seinen Kinderwunsch hintenanstellen. "Ich hätte jetzt wirklich gerne Kinder, so wie Federer oder Hewitt", sagte der 28-Jährige nach seinem glatten Zweitrunden-Erfolg. "Aber meine Frau möchte das nicht. Sie will nicht zuhause bleiben, sondern mit mir reisen. Und außerdem hat sie Angst, dass ich anfange zu verlieren, wenn die Kinder erstmal da sind - vielleicht lieber zuhause bin und nicht mehr trainieren möchte."

Auch Publikumsliebling Marcos Baghdatis steht in der 3. Runde von Melbourne. Der Zyprer bezwang in einem über vierstündigen Marathon-Match den an Position 17 gesetzten Spanier David Ferrer mit 4:6, 3;6, 7:6 (7:4), 6:3 und 6:1. Dabei sah der 24-Jährige nach den ersten beiden Sätzen schon wie der sichere Verlierer aus, ehe er sich mit einem seiner berühmten Comebacks doch ncoh den Drittrunden-Einzug sicherte. Der Australian-Open-Finalist von 2006 muss sich nun mit Lleyton Hewitt messen. Der Australier sorgte mit seinem glatten Sieg für Jubel bei den Fans in der Rod Laver Arena. Der Lokalmatador setzte sich mit 7:6 (7:3), 6:4 und 6:1 gegen den US-Amerikaner Donald Young durch.